Victoria
Blauer Rauch

Es ist schon komisch, wie schnell sich neue Türen öffnen lassen. Ich habe das Gefühl, dass sich da langsam etwas entwickelt, was ich bisher nicht für möglich gehalten habe.

Ich mag die Art der Unterhaltung. In keinster Weise habe ich mehr das Gefühl, ein nervtötender Parasit zu sein. Meine Verantwortung habe ich hier im Urlaub erstmal abgelegt. Ich bringe mein Leben erst mal wieder auf die Reihe und eine Wochenendbeziehung zu führen, ist auch erst mal nicht das schlimmste, was passieren kann.

Meine Eltern sind zwar in keinster Weise mehr belastbar, aber das ist okay. Damit komme ich klar. Es ist schon gut, dass sie nicht alles wissen. Was sie ahnen, ist nur Bettgeflüster und in keinster Weise belastend. Das ist für mich okay.

Helikoptereltern wollen doch eigentlich nur das BESTE für den Nachwuchs. Wenn man jede Entscheidung abgenommen bekommt, macht man den Nachwuchs unmündig. Und warum sollte man das aus eigenen Willen ändern wollen.

Ich bin ein sehr fauler Mensch. Und diese Art und Weise lässt einen noch mehr in eine schwebe Fallen. Eingepackt in Watte und Wolle.

Das will ich nicht mehr. Mit 27 Jahren sollte man für sein Leben selbst die Verantwortung tragen können. Selber jede Entscheidung fällen lernen.

Ein paar Monate sind okay. Aber länger auf gar keinen Fall.

Heute Morgen habe ich mir ein Brillengestell ausgesucht. Ich mag den Teil aus dunklem Holz daran, der dann in ein "Blumenmuster" übergeht. Es hat etwas mit Leben zu tun. Aus tot wird Lebendig. Es hält zusammen.

Nächste Woche wird mein Auge dann soweit ausgemessen, damit mir das Lesen für den Übergang zum eigentlichen Sehen einfacher fällt. Sechs Wochen ganz ohne Lesen oder halt nur mit Mühe und Not, ist wie eine Amputation eines Sinnesorgans.

Morgen ist der letzte Akt des Stückes "Umzug". Die letzten Möbel werden aus der Stadt in die ländliche Einöde transportiert. Ich bin froh, wenn das endlich vorbei ist. Umziehen gehört mit zu den Top 10 der meist gehassten Unternehmungen von mir.

Als De**** hört, dass wir uns Morgen nicht mehr sehen, spürte ich schon eine leichte Enttäuschung. Dabei dachte ich eigentlich, dass ihm das nicht schnell genug gehen würde, aus seinem Leben zu verschwinden. Wir führen mittlerweile halbwegs normale Dialoge umd den Ablauf zu organisieren. Ich werde ihn noch einmal bei der Schlüsselübergabe sehen und mich dann aus seinem Leben zu verabschieden.

Das wird sicher wieder ein harter, schmerzvoller Tag werden. 9 Jahre gehen nicht einfach so an einem vorüber. Das schmerzlichste an der Sache ist, dass man nicht weiß, ob man sich danach jemals nochmal wieder sieht. Wir haben keinen gemeinsamen Freundeskreis und keine gemeinsamen Interessen. Sehen auf ungefähr, funktioniert einfach nicht.

Ich will, dass es ihm gut geht, will, dass er sein Leben auf die Reihe bekommt und das er wieder eine Freundin findet, die ihm gut tut, die ihm Freude bereitet und das er mich einfach vergisst. Ich glaube, dass das das Beste für ihn ist.

Er ist ein netter Kerl, hat ganz sicher seine Qualitäten und ich denke es gibt auch Menschen, die er auf seine Art und Weise glücklich machen kann. Ich gehöre allerdings nicht dazu. Zumindest nicht auf der Beziehungsebene.

Ich will in Frieden gehen können, ohne Hass, ohne Aggression, ohne Wut im Bauch. Ich will einen schönen Abschluss haben, sofern das in einer Trennung möglich sein kann. Das ist mein Wunsch, für den Schluss.

Damit kann ich arbeiten, damit kann ich Leben. Ich will mir nichts vormachen und sagen, irgendwann wird daraus eine wunderbare Freundschaft. Das wird nicht funktionieren, das hat noch nie funktioniert. Aber ich hätte gerne ein Feedback, ob es ihm gut geht, ob er klar kommt. Er hat nur so wenige Freunde.

Die Schuld werde ich wohl ewig tragen, dass Gefühl zu haben, ihm im Stich gelassen zu haben.

Zigarette an.

Ich muss aufpassen, dass die Sucht nicht zu meinem größten Begleiter in meiner Zukunft wird. De**** war bisher immer der Anker und der Anstoß die Sucht im Schacht zu halten. Heute denke ich mir wozu?

Der Mensch ist sowieso schon so vergiftet von seiner Industrie, von seinen Nahrungsmitteln, sogar die Luft die wir atmen vergiftet uns. Der ganze Alltags-Smog und Stresspegel ist Gift für uns. Hier eine gesunde Balance zu finden ist das A und O im Leben.

Noch ein Zug, noch ein Zug, noch ein Zug.

Gedankensturz. Nicht zu viel drüber nachdenken. Das zieht einen runter, runter, runter. Im hier und jetzt Leben, nicht an die ferne Zukunft denken, nicht an die Patienten denken, die dir jeden Tag auf der Arbeit begegnen. Im Alter kann die alles passieren. Was macht da schon die ein oder andere Zigarette mehr oder weniger aus?

Lebensqualität ist für mich gerade ohne Bauchschmerzen ins Bett gehen zu können. Eine gute Nacht gewünscht bekommen und zu wissen, dass es dem anderen genau so schwer fällt, sich gegenseitig nicht sehen zu können.

Ich freue mich riesig, als Begleitung auf einen Geburtstag mitgenommen zu werden, einfach nur um ein bisschen mehr Zeit miteinander verbringen zu können. Das bedeutet mir viel. Ich hoffe nicht zu viel.

Ich will mich nicht Reinsteigern, der Fall wäre zu tief. Ich will nur das Beste hoffen und auf meinen Bauch ausnahmsweise mal vertrauen. Das ist das erste mal, dass ich das mache. Normalerweise übernimmt mein Verstand die Überhand und bisher hat mir das nicht weiter gebracht im Leben.

Versaue es nicht, lass dich nicht täuschen. Das ist leichter gesagt als getan.

Mit rosaroter Brille einfach mal durchstarten.

Ausdrücken; schlafen gehen. Gute Nacht Welt.
27.6.17 23:01


klarer Durchblick

Es war klar, dass die myotone Dystrophie Typ I mich irgendwann einholt. Bei mir sind die Augen betroffen. Diagnose: Katarakt (=grauer Starr).

Die erste OP war am 20.06. rechtes Auge. Die OP ist wirklich gut verlaufen. Ich war die ganze Operation über wach. Ich dachte eigentlich, dass ich vorher sehr aufgeregt bin oder schon fast panisch bin. Aber was war: ich war die Ruhe selbst.

Ich hätte meine Mutter nur fast erschlagen können. Die ist rumgelaufen wie ein aufgescheuchtes Huhn. Aber ich fand die Vorstellung eher amüsant. Aufgeregt hat mich nichts. Ich war die Ruhe selbst. Ich weiß nicht, was mir so sehr die Angst genommen hat. Vielleicht lag es an den netten Ärzten und Pflegern. So etwas kennt man gar nicht aus einer Uniklinik, in der es um Leistung geht.

Bisher ist der Heilungsprozess sehr gut. Es ergab keinen kleinen Bluterguss unter meinem Auge und innerlich scheint auch keine Entzündung vorzuliegen. Ich muss 4 mal am Tag Antibiotika ins Auge tropfen (=Präventiv) und Abends noch eine Creme ins Auge machen.

Die größte Einschränkung ist der Autofahrverbot. Ich habe zu Hause kaum Freunde und ich will meine Eltern auch nicht bitten mich nach Aachen oder andere Orte zu bringen. Zudem soll ich mich auch noch schonen. Ich denke man ist nicht umsonst fast 3 Wochen krank geschrieben.

Aber ich bin so begeistert von meinem neuen Augen. Ich sehe klare bunte Farben. Farben so wie ich gefühlt noch nie wahrnehmen konnte. Das ist so ein schönes Gefühl. Menschen sehe ich nun ein wenig anders. Ich kann die Poren sehen und die kleinsten Unebenheiten auf der Haut.

Selbst kleine Schmutzpartikel auf dem Boden fallen mir auf. Ich kann den Vergleich heute noch machen mit meinem noch nicht operierten Auge. Ich dachte wirklich immer, dass ich mit meinem linken Auge noch echt gut sehen konnte.

Da lag ich weeeeeit daneben.

Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Endlich kein Nebel mehr, endlich Durchblick und bald eine Brille, damit ich im Leben so einiges klarer sehen kann.

Aus diesem Grund freue ich mich auf ein Gestell, welches mich in den Club der Brillenschlangen eintreten lässt.

Erster Punkt meines neuen Lebens: klarer Durchblick!
25.6.17 20:35


Club 27

Es gibt Entscheidungen im Leben, die fallen einem alles andere als leicht. Ich bin ein sehr harmonieverlangender Mensch und versuche deshalb jeden Streit und jeder Konfrontation aus dem Weg zu gehen.

Aber es gab ein Ereignis, was mich nicht mehr vorbei hat schauen lassen. Seit gut zwei Jahren habe ich Probleme die Liebe von meinem Freund zu spüren. Es ist ein Leben, als würde man mit seinem besten Freund zusammen leben, als hätte man eine WG gegründet. Aber das ist es nicht.

Meine Beziehung ging jetzt über 9 Jahre und am 12.06. habe ich den Schritt gewagt, die Beziehung endgültig zu beendet. Oder viel mehr haben wir Beide diesen Entschluss gefasst.

Ich habe die ersten beiden Tage fast durchgehend geheult. Ich war am Boden - zerbrochen - und doch wusste ich, dass jetzt ein neues Leben begonnen hatte, welches ich selber gestalten kann, was ich selber bemalen kann, was ich selber erschaffen kann.

Während der Beziehung stand ich mir meistens selbst im Weg. Konnte nicht mehr MEINEN Weg gehen. Ich glaube das habe ich am Meisten vermisst.

Ein Leben alleine ist zwar immer blöd, aber meine neuste Erkenntnis ist:

ICH BIN NICHT ALLEINE!

Ich habe Freunde gefunden, richtige Freunde, die für mich da sind, die mich aufbauen, die auch die dunkelsten Tage erleuchten. Endlich ist eine Welt da, die es sich lohnt zu Leben.

Der Tag meines 27 Geburtstages sollte der Tag sein, an dem ich mich entweder umbringe oder endlich einen Grund gefunden habe, weiter zu machen, glücklich weiter zu machen. Mein Geburtstag hat mich ins Grübeln gedacht, aber in keinster weise mich umzubringen, sondern nochmal einen neuen Cut zu machen und mir eine neue Welt zu erschaffen.

Ich war über neuen Jahre in einer Beziehung und jetzt habe ich mehr Sex als die letzten zwei Jahre. Und verdammt guten Sex.

Bisher bestand Sex für mich im Zusammenhang mit Liebe, doch man kann auch in einer Beziehung feststecken ohne dass das noch irgendwas mit Liebe zu tun hat.

Ich weiß, dass es evolutionär in meinen Genen steckt, dass ich mich zwangsläufig in die Person verliebe, mit der ich regelmäßig verkehre, aber ich mag das Gefühl der Schmetterlinge im Bauch. Es gibt noch einmal einen regelrechten Hormonfick und ich stehe auf das Gefühl.

Es ist ein Mann, der seit drei Jahren kein Sex mehr hatte und dessen Beziehung vor diesen drei Jahren in die Brüche gegangen ist.

Ich bin die erste Frau, mit der er nochmal Sex haben wollte oder den ich zumindest davon überzeugt habe, mit mir zu schlafen. Da bin ich schon ein bisschen stolz drauf.

Und ich wusste ja, dass er gut ist. Ich habe schon den ein oder anderen Vorgeschmack bekommen - nicht durch Erzählungen - sondern durch Worte und Taten ohne dabei Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Die Intimzonen blieben unberührt und doch war es heiß wie lange nicht mehr.

Er ist Sadist und ich bin Masochistin. Das passt. Viele denken an Fifty Shades of Grey, wenn man an SM denkt. Aber SM spielt auf einer ganz anderen Ebene. Es ist schwer zu erklären. Man muss sich in der Hinsicht wirklich vertrauen können. Für den Sadisten ist das teilweise anstrengender als für den Masochisten, da er eigentlich ständig die Vitalwerte im Auge behalten muss, da man keine ernsthaften Verletzungen zufügen möchte.

Seit ich ihn kenne, stehe ich total darauf, wenn er mir die Luftröhre abdrückt und man keine Luft mehr bekommt. Das lässt einen unglaubliche Dominanz des Mannes spüren und doch bildet sich ein Strudel von Hormonen mit Adrenalin, was einen fliegen lässt. Man kann das einige Male in die Höhe treiben, bis man sich fallen lässt und sich einen intensiven Kuss nehmen darf.

Das ist nur ein kleiner Einblick in die Welt des SMs. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, einen zusätzlichen Kick beim Sex zu erleben. Wir haben auch über das ein oder andere gesprochen, was man gerne haben könnte oder was man gerne noch ausprobieren möchte.

Ich muss sagen, dass ich ganz neu dabei bin. Mit meinem Exfreund war das einfach nicht möglich. Du kannst das keinem Menschen beibringen, der weder Sadist noch Masochist ist. Ich glaube das ist das Ergebnis davon, wenn im Leben nicht immer alles ganz glatt gelaufen ist, wenn du vieles Erlebt hast, Schmerz erfahren hast (nicht nur Emotional) sondern die ganz Palette die dich um deinen Verstand gebracht hat.

Ich habe eine erhöhte Schmerzschwelle. Er sagte selber, dass es interessant findet, wie weit ich gehe (ein guter Sadist weiß, wann er aufhören muss - man tastet sich da langsam dran). Ich habe blaue Flecken, von denen ich kaum etwas mitbekommen habe. Aber ein starker Reiz ist wichtig, wenn man selber das Gefühl hat, in den letzten Jahren gegen alles abgestumpft worden zu sein.

Man kann selbst in einer Beziehung eine Mauer aufbauen. Das war mir selber gar nicht wirklich klar. Man ist sich selber doch am nächsten. Selbstschutz ist ganz klar an erster Stelle. Irgendwann suchst du einfach nicht mehr das Gespräch, weil du gelernt hast, dass es nichts bringt und dich einfach mehr fertig macht, als den Turm der Mauer immer höher zu bauen.

Doch irgendwann ist die Distanz zur Realität so unendlich weit entfernt, dass du gar nichts mehr spürst.

Aber ich habe Licht gefunden, Licht welches mir half, mich aus meinem eigenen Gefängnis zu bergen, Licht welches einer Seele glich, wie der meinen.

Einen Menschen, den ich nie für möglich gehalten hätte und das im richtigen Moment und damit ist nicht meine - wie soll ich es nennen - nennen wir es einfach mal Fickbeziehung - gemeint sondern eine Freundin, die aus dem Nichts aufgetaucht ist und seitdem auf meiner Seite steht und ich ihr ebenso zur Seite stehen werde.

Ich sage zwar Seelenverwandte, das ist richtig, aber sie hat eindeutig eine gewissen Dominanz, mit der ich sehr gut klar komme. Sie hat Struktur in dem was sie tut und sagt und das ist genau das was ich brauche. Ich hätte zwar niemals gedacht, das dir ein Mensch sowas auch durch die eigene Persönlichkeit geben kann, aber es scheint möglich zu sein.

Ich danke dir.


P.S: Es tut mir leid, dass der Text heute so Strukturlos ist, aber ich musste irgendwie festhalten, was mir gerade durch den Kopf ging...
25.6.17 14:30


Split - nicht der Film, sondern das Zerrissen sein im Leben(enslauf)

Ich habe mich damals in deine Spontantität verliebt. Du hast mir immer zugehört, mich unterstützt und viele Dinge mit mir unternommen. Du warst immer bereit für einen Ausflug, zu Zweit oder zu mehreren. Dich hat es nie gestört, für mich kreativ zu kochen, dir was einfallen zu lassen, mich zu erheitern und mich aufzubauen in meinen Abstürzen.

Jetzt bist du da, körperlich anwesend. Mich immerzu abwehrend. Verbal verletzend. Was ist passiert? Ich versuche deine Fehler immer mit dummen Ausreden zu entschuldigen, vor mir, vor anderen. Aber irgendwann gehen mir auch die Entschuldigungen aus.

Sie es ein DU hast ihn verdorben.

Ich will den Kerl wieder zurück, den ich einst geliebt habe, den ich geheiratet hätte, ganz bestimmt. Aber zurück komme ich eine Wohnung ohne wirklichen Grund, ohne jeglichen Verstand.

Selbst Menschen, die mich erst 5 Minuten kennen, sprechen mich auf ihn an, ob ich ihn noch liebe, ob ich ihn noch will.

Natürlich. Also zumindest versuche ich es, ihn weiterhin zu lieben, zu achten, aber es ich schwer, wenn man das Gefühl hat, nicht dasselbe zurück zu bekommen.

Ist denn wirklich eine Begrüßung, wenn man nach Hause kommt zu viel verlangt? Es müssen ja noch nicht mal größere Ausflüge sein wie spontan ein Wochenende zu Meer, es können doch auch Kleinigkeiten sein. Aber da kommt nicht mehr.

Valentinstag hat uns nie etwas bedeutet. Oder zumindest habe ich mir das eingeredet, um nicht ganz so enttäuscht zu sein, wenn ich nichts bekomme oder wir nicht verrücktes machen. Aber jede Frau wünscht sich etwas und wenn es nur ein paar selbstgeschmierte Brote für die Arbeit sind.

Er sagte immer zu mir, wir brauchen keinen Tag, an dem wir uns etwas schenken. Zu dieser Zeit stimmt das auch noch. Da kam er zwischendurch auch mal auf die Idee mir einen Strauß Blumen vom Aldi mitzubringen. Das war schön. Ich habe mich riesig gefreut.

Das letzt was ich vom ihm geschenkt bekommen habe, sind LEDs für meinen Kofferraum, weil ich dort kein Licht drin habe. Zu Weihnachten. Ich habe mich höflich bedankt und habe mir gedacht. WHAT THE FUCK...

Er hat mir vorher immer schöne Geschenke gemacht. Über solche, die nicht funktionell sind und noch ein bisschen was mit Partnerschaft zu tun haben.

Was ist alles so schief gelaufen. Ich wollte eigentlich einen Brief schreiben, um Durchblick zu haben und die Theorien meiner Freunde zu wiederlegen. Vielleicht sagen sie das aber auch nur alle, weil sie IHN nicht mögen, weil er nicht in ihr Konzept rein passt,

Freunde ich wieder so ein heikles Thema. Ich habe mich mit seiner besten Freundin zerstritten. Ich war noch nie so großer Fan von ihr, aber wenn man zwei Monate unter einer Blasenentzündung litt und benebelt von der Antibiotikatherapie stand, reicht es mir einfach und ich zerschlage die Mauer der Vernunft und dann mitten in die Fresse rein, rein, rein...

Und mich hat eigentlich nur ihr alkoholisiertes Lachen gestört.

Im neuen Jahr haben wir dann nochmal einen Anlauf gestartet alle vier ins Kino zu gehen. Entschuldige - alle fünf. Sie hat ihre neue beste Freundin oder was auch immer mitgebracht.

Und ich hätte sie erschlagen können. Sie hat mir nicht mal Hallo gesagt, Sie hat mich eiskalt ignoriert. Diese dumme Schlampe!

Sie ist für mich sowas von gestorben.

Und jetzt kommt die Quisfrage: was unternimmt man zusammen, wenn der Freund sich nicht mit den Freundin der Freundin versteht und die Freundin sich nicht mit den Freunden des Freundes versteht?

Richtig: man macht einfach nichts mehr gemeinsam. Und dann ist es fraglich ob diese Partnerschaft überhaupt noch Sinn macht...
4.2.17 13:49


Schlaflos

Es ist schon so lange her, das ich hier war. Die Zeit hat wieder angefangen zu rasen. Durch die Wochenddienste arbeite ich manchmal 14 Tage am Stück oder noch länger. Für Sport bin ich kaum zu motivieren. Wozu auch? Ich habe Heilerde für mich entdeckt. Es hat eins meiner Hauptprobleme gelöst: es bindet über flüssige Magensäure und überflüssiges Wasser im Bauch und tadaaa der Durchfall und die Flatulenzen sind wie weggeblasen. Die Heilerde ist auch sehr angenehm einzunehmen, da diese als Granulat verarbeitet ist. Morgens und Abends ein Päckchen und ich brauche mir keine Sorgen zu machen. In der Packungsbeilage steht auch speziell, dass die Wirkung nicht nachlässt, wenn man diese über einen längeren Zeitraum einnimmt und das trifft bei mir eindeutig zu.

Das Beste ist, dass die Heilerde in jeder Drogerie zu finden ist und das im Verhältnis zu Apothekenpreisen recht erschwinglich ist. Ich will gar nicht so genau wissen, wie viel Geld ich schon für Lefax und andere Medis ausgegeben habe, um den Tag halbwegs zu über stehen und mir meinen Weg von A nach B anhand von Toilettenmöglichkeiten zu erstellen. Wenn es so bleibt, kann ich damit leben.

Meine Laktose- und Fructoseintoleranz besteht weiterhin. Hier habe ich aber auch neue Kenntnisse in Erfahrung gebracht: diese Intoleranzen bestehen aufgrund eines Reizdarms. Hier habe ich eine interessante Studie aus Australien gefunden: es trägt den Namen Fodmaps. Fodmaps sind Lebensmittel, die bei Patienten mit Reizdarm vermieden werden sollten, da diese häufig Probleme auslösen. Das ändert zwar nichts an der Tatsache und man wird wahrscheinlich auch sein Leben lang mit der Scheiße rumrennen müssen ABER man wird endlich ernst genommen und es wird geforscht. Ich bin mal gespannt, wann die Wissenschaft darauf kommt, dass das an der Scheiße liegt, die wie jeden Tag aufs neue in unsere Münder stopfen und das Chemie noch nie eine Lösung war sondern nur die Kapitalisten zu den Siegern kürt.

Zum Rest meines Lebens: ich schlaaaaaaafe sehr viel, wenn ich nicht gerade Nachs wach liege und nicht schlafen kann. Ich bin mit meinen Gedanken wieder in der Vergangenheit gelandet. Ich Frage mich was das Staubkind macht. Ob das Staubkind überhaupt noch lebt. Die letzten Lebenszeichen sind so lange her. Erschreckend lange muss ich sagen.

Letzten Monat bin ich 25 Jahre alt geworden. Ich Frage mich wirklich wo die Zeit hin ist. Ich wollte so viel machen und ja ganz untätig ist man nie und doch war das noch nicht alles. Wenn ich bedenke wie schnell die Zeit jetzt schon verfliegt, will ich gar nicht so recht wissen wie das ist wenn man noch älter ist oder womöglich sogar Kinder hat.

Ich ziehe nächsten Monat zu meinem Freund. Zu dem, mit dem ich schon über 7 Jahre zusammen bin. Ich weiß noch nicht ob das passt. Aber ich will es jetzt endlich wissen. Wenn es jetzt nicht passt, passt es auch später nicht. Ich denke wir müssen beide Kompromisse eingehen, wenn wir zusammen leben wollen. Diese ewige Einsamkeit in meinem Elternhaus macht mich krank. Ich lebe hier mit zwei völlig ausgebrannten Menschen. Das war mir nie so ganz klar. Ich hoffe, dass die beiden wieder Lebensmut aufbringen und noch viel machen werden, wenn sie sich endlich nicht mehr so viel Sorgen machen müssen um uns Kinder. Meine Aufgabe ist das zumindest nicht mehr.

Ich werde jetzt nochmal versuchen zu schlafen. Es tat gut, meine Gedanken nochmal zu ordnen. Ich denke ich sollte wieder öffters hier vorbei schauen.

Gute Nacht Welt
9.7.15 01:58


Der Zwang

Nächste Woche ist Weihnachten. Ich weiß einfach nicht wo die Zeit hin ist. Es ist so viel passiert und die Zeit hat wieder angefangen zu rasen. Es ist immer das selbe, wenn man wieder arbeiten geht. Morgen früh raus, abends spät rein und im Winter diese unglaubliche Müdigkeit. Ich frage mich wo die Motivation hingeht. Letzten Monat habe ich mit einem Puzzle angefangen und ich bin kaum weiter gekommen. Abends sitze ich sogar mit meinen Eltern vor dem TV um nicht so einsam zu sein. Meine Freunde sind wieder unglaublich weit weg. Dabei versuche ich wirklich etwas unter der Woche zu unternehmen.

Ich muss unbedingt wieder Sport treiben. Ein neues Ziel muss her oder zumindest einen Tag in der Woche auf den ich mich wirklich freuen kann.

Heute bin ich bei Ch**. Aber diese Handygesellschaft nervt einfach. Jedes mal dieses vibrieren neben ihm. Kann es das denn wirklich sein? Fast immer ist das so, wenn man sich heutzutage mit wem trifft. Immer zu ein vibrieren ein Ton ein Laut.

Warum trifft man sich nicht einfach mit dem Leuten, wenn da noch so viel Gesprächsbedarf ist?

Aber man kann dagegen einfach nichts tun. Manchmal denke ich, dass ich der einzige Mensch auf diesem Planeten bin, der das so sieht. Mich würde das einfach stressen, zwei Gespräche auf einmal zu führen.

Ich will ausziehen aber nicht alleine. Was mache ich nur. Ich will nicht wieder vereinsamen. Mir fehlen einfach eine Hand voll Leute, die auch unter der Woche Lust haben, etwas zu unternehmen. Klar sagt man "hey, wenn du in der Stadt wohnst kannst du immer Leute treffen" aber das halte nicht für Quatsch. Klar sind da viele Menschen. Und doch ist man unter diesen vielen Menschen einsamer als zu Hause.

Ausgeliefert. Der Realität, dem Jetzt, dem allem. Ich weiß einfach nichts mehr mit mir anzufangen. Kann es das denn jetzt schon wieder gewesen sein? Ich brauche eine Aufgabe und vielleicht sogar den Zwang dazu.

Ich habe selbst Zwänge und doch ist der Zwang das, was mich im Leben antreibt.
19.12.14 18:31


Der Wahrheit sehr nahe

Es ist jedes Jahr das Gleiche. Unmut, Unsicherheit, Verzweiflung, Traurigkeit ...

Ich habe das Gefühl ganz alleine auf dieser beschissenen Erde zu sein. Alle meine Freunde, Bekanntschaften etc. wenden sich von mir ab. Mein Freund erträgt all das Elend und das Selbtmitleid jeden Tag auf ein Neues. Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass auch er irgendwann kommt und sagt, dass er keine Lust mehr auf den ganzen Scheißkram hat. Ich könnte es gut nachvollziehen.

Mein Gewicht ist von 48 kg auf 43 kg abgesunken ohne das ich großartiges getan habe oder vielleicht auch weil ich nichts getan habe.

Die Gedanken wie "du bist nicht gut genug für ihn" oder "er hat sich gegen dich entschieden" nehmen langsam Form und Farbe an. Diese Bekanntschaften sind für eine gewisse Zeit ganz nett, aber sobald sie mich näher kennen oder es - wie es bei ihm funktioniert hat - in mein Herz schaffen, sehen sehr schnell das Übel und lassen von einem ab.

Mir ist wieder klar geworden, wesswegen ich bei meinem Freund bleibe. Einfach nur weil er es mit mir aushält. Das hat weniger etwas mit Liebe zu tun oder viel genauer gar nichts mehr damit. Es ist die Gewohnheit und das macht einem das Herz nicht glücklich.

Die Liebe ist nur Betrug und ich glaube auch nicht mehr an sie. Noch nie habe ich aus dem Herzen heraus gesagt "Ich liebe dich". Das hört sich falsch an und gelogen wäre es auch noch.

Haltet mich für einen schlechten Menschen. Dann seid ihr der Wahrheit sehr nahe.
6.12.14 12:34


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