Victoria
Glück

Draußen ist es trüb. Ich kann nicht genau sagen wie es mir geht. Denn ich weiß es selber nicht.

Eigentlich ist mein Tagesablauf ganz okay. Ich bin wieder in der Forschung und wie soll ich es ausdrücken: Es ist einfach nur total entspannt und stressfrei.

Ich arbeite gerne dort. Die Atmosphäre ist einfach eine ganz andere. Menschen, die ich dort antreffe haben Leben in sich, kommen gerne zur Arbeit und sind international.

Es ist ungewohnt, die Sprachen Englisch, Deutsch und Niederländisch zu hören. Aber man versteht eigentlich recht gut um was es geht, wenn sie sich über die Arbeit unterhalten. Deswegen hat mir das die Angst genommen, mit fremden Sprachen zusammen zu arbeiten.

Sämtliche Bewerbungen habe ich schon rausgeschickt. Von vielen habe ich einfach nichts mehr gehört. Fazit: E-mail-Bewerbungen kommen scheinbar nach wie vor in der heutigen Zeit noch nicht an. Gut, starten wir einen neuen Versuch mit schriftlichen Bewerbungen...

Meine derzeitige Ausbilderin in der Forschung hat sowieso gesagt, dass wir uns auf eine Forschungsstelle nicht vor August bewerben sollten, da das meist mit wenig Erfolg gekrönt wäre.

Eine mündliche Zusage habe ich in Eschw***** im Routinelabor bekommen. Allerdings ist der Arbeitsvertrag noch nicht eingetroffen. Die Stelle hört sich ganz gut an. Sie haben sogar einen Fachbereich in Hämatologie, was ich ganz interessant finde. Allerdings ist das natürlich ein Subunternehmer (wie sollte es auch ander sein) und die Bezahlung ist dementsprechend niedriger als im öffentlichen Dienst (=Forschung). Schichtarbeit kommt dann auch noch hinzu.

Wenn ich nicht anderes finde, werde ich die Stelle natürlich annehmen. Nichts ist schlimmer als nach der Ausbildung keine Anstellung zu haben, selbst wenn es nicht der "Wunschabteilung" entspricht.

Jetzt sind es nur noch knapp 2 1/2 Monate bis zum Examen und ich bin ungewöhnlich ruhig. Das macht mir schon fast Angst. Ich habe zwar schon ein bisschen angefangen mit Lernen aber irgendwie habe ich das Gefühl, nichts mehr zu können, was ich in den letzten 3 Jahren gelernt habe. Von manchen Dingen habe ich sogar noch nie etwas gehört ...

Ich beneide die Menschen, die nur einmal flüchtig im Unterricht etwas mitbekommen haben und das nie wieder vergessen und das im Kopf abrufen können, um es dann niederzurschreiben.

Aber gut, was solls. Einfach irgendwo in dem Chaos mal anfangen...

Gefühlslage. Nach wie vor ein wünschen, dass Examen zu bestehen. Ich glaube das lässt alle anderen Gedanken in meinem Kopf sterben. Der ein oder andere kleine Wunsch tritt noch auf (dieses und jenes Kleiderstück kaufen) und sonst ist da eigentlich nichts mehr.

Nur dieser ständige Gedanken, endlich nochmal Sport zu machen plagt mich. Ein Plage deswegen, weil ich ihn jedes Mal einfach übergehe.

Aber es ist wichtig. Mein Körper braucht das. Einfach als Ausgleich. Es ist unglaublich, wie münde und träge man ohne Sport wird. Alles hängt, der Kopf, der Busen, der Bauch. Man ist irgendwann eingeknickt, ohne es wirklich bemerkt zu haben. Wann ist das passiert? Bei der letzten Depression, bei der letzten Essensniederlage, bei der letzten Herzensverletzung?

Vielleicht auch einfach nur weil mein Geburtstag vielen Menschen einfach nicht wert war, ein paar Euros auszugeben um mich in der Rocke (Rock-Diskothek) besuchen zu kommen. "Wir holen das nach" hieß es meistens. Aber nur eine Freundin hat sich danach die Woche direkt gemeldet und es tatsächlich mit mir nachgeholt.

Mit meiner Frau Nummer 1 habe ich meinen Geburtstag dann im Endeffekt zusammen gefeiert und mein Freund ist aus Solidarität dann auch mitgekommen und hat nicht genörgelt. Schulfreunde, also unsere Clique, sind sogar gekommen und haben mit uns gefeiert.

Aber warum meine eigentlichen Freunde nicht? Ich frage mich manchmal echt, um welche Freundschaften ich mich noch bemühen sollte. Ich weiß schon, warum ich aus der Eifel weg will. Mich hält hier nichts mehr. Nicht mal mehr ein zurück kommen, wenn ich mal ein Haus bauen will und evtl. mal die Frage nach Kindern entsteht.

Ich werde den Verlust einfach durch andere Aktivitäten und Tiere ersetzen. Tiere entäuschen nicht, stellen nichts in Frage und sind, so lange sie leben, für einen da. Wie war das? Der Hund ist doch der beste Freund des Menschen? Er freut sich immer, wenn man nach Hause kommt, er freut sich immer, wenn er Leckerchen bekommt, er freut sich, wenn man ihn krault ...

Warum ist das bei uns Menschen nicht so? Ich muss zugeben, dass bei mir auch manche Dinge irgendwann einfach zur Gewohnheit werden. Dinge, die mich früher total gefreut haben. Ich verliege dieses Gefühl von Glück immer und immer wieder. Warum kann ich es nicht immer bei mir führen, dieses Glück?
17.6.14 19:29
 
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