Victoria
Endspurt zum Examen

Das waren meine ersten Ferien, in denen ich kein Tag Langeweile hatte. Ich kann mich kaum noch daran erinnern - ich weiß nur noch, dass sie gut waren und das Wetter perfekt war und ich es nicht bereut habe, in Deutschland geblieben zu sein ;-)

Da ich die Tabletten gegen meinen Reizdarm eingestellt habe, geht es mal Bergauf und mal Bergab.

Ich habe das Gefühl, dass Alkohol mittlerweile wirklich den Tod für meine Bakterienbesiedlung im Darm bedeutet. Mal geht es ein paar Tage gut, aber sobald es Richtung Wochenende steuert und ich das erste Glas Bier getrunken habe, weiß ich, dass ich es die nächsten Tage bereuen werde.

Zwichenzeitlich habe ich mal den Kanne Brottrunk ausprobiert. Anfangs ging es eigentlich ziemlich gut und dann kam ich in die Routine im Klinikum: Pathologie. Ich muss sagen, dass ich die Pathologie ganz interessant fand - aber die Menschen dort unten waren das absolute Grauen (zumindest die, die noch am Leben waren ^^). Man merkte einfach, dass es dort unten keine richtige Teambildung gab. Es wurde gelästert und gezankt und einfach der Ton war nicht der richtige.

Die 16 Tage dort unten taten mir und meinem Reizdarm gar nicht gut. Ich musste sogar einen Tag zu Hause bleiben, weil bei mir einfach gar nichts mehr ging - und das heißt bei mir schon was.

Ich habe mich jede Woche auf den Freitag gefreut, weil das unser einziger Schultag pro Woche war. Schule ist so eine angenehme Sache. Andauernt Pause, genügend Zeit zu essen, keine unfreundlichen Leute, und hin und wieder mal eine nette Klausur zu Abwechslung.

Es kommt nicht darauf an, was man arbeitet, es kommt darauf an, in welchem Kreis man arbeitet. Wenn man sich mit den Kollegen nicht versteht und keine "Vertrauensperson" hat, kann die Arbeit noch so gut sein, aber es macht einen nach und nach von innen nach außen kaputt - Burnout!

Jetzt liegen wieder 20 Wochen Schule (bis Ende April ungefair) vor mir und ich habe mich noch nie sooo sehr auf die Schule gefreut. Wir fangen sogar wieder mit meinem liebsten Praktikumsunterricht an: Mikrobiologie.

Wir können unsere kleinen Mitbewohner wieder anfärben, bebrühten, wachsen lassen und herausfinden, womit wir es zu tun haben.

Das ist besser als jedes Kreuzworträtsel.

Schade ist, dass die Routine eine Andere ist. Die Maschinen nehmen einen großen Teil des Herausfindens ab - aber ich mache mir am Besten mein eigenes Bild, sobald ich nächstes Jahr dann in die Routine hereinschnuppern darf.

Jetzt genieße ich einfach nur das Wochenende und beschäftige mich mit diesen kleinen Wesen und dessen Eigenschaften und bin wiedermal zu dem Entschluss gekommen, dass man Eifelfeten tatsächlich immer wieder in die Tonne treten kann.

Ich mag sie einfach nicht und muss mich damit abfinden, dass ich älter geworden bin und meine Freundeskreise in Aachen und Umgebung sind.

Auch wenn ich hier wohne - rein Menschlich habe ich hier nichts mehr zu suchen. Immer wieder dieses ganze getratsche über Menschen die ich nicht kenne und auch nicht kennen will - ich bin froh, hier einen Schlussstrich ziehen zu können, mich nur noch auf meinen engsten Familienkreis beziehen zu müssen und den Rest einfach mit meiner Jugend begraben zu können.

Die Eifel bleibt einfach stehen und entwickelt sich nicht weiter. Alle Menschen die hier leben nehmen die Eigenschaften ihrer Eltern an. Ich kann nicht verstehen, wie man ein so langweiliges Leben hinter einer Fensterscheibe verbringen kann ...

Aber gut ... jedem das Seine
5.10.13 20:11
 
Letzte Einträge: Meine kleine Wolkenfabrik, Berauschend , Der Abschiedsbrief, Neuer Lebensabschnitt


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